SEAGLOW bringt nachhaltige Lösungen für die Küstenfischerei zur Nor-Fishing 2026
Wie können kleine Fischereifahrzeuge ihre Emissionen senken, ohne ihre wirtschaftliche Tragfähigkeit zu gefährden? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Teilnahme von SEAGLOW an der Nor-Fishing 2026 im norwegischen Trondheim.
Die Projektpartner SINTEF Ocean und Food & Bio Cluster Denmark präsentierten die von SEAGLOW getesteten Lösungen und sprachen direkt mit Fischern über die praktischen und wirtschaftlichen Realitäten der Einführung sauberer Meerestechnologien.
SINTEF hielt zwei Präsentationen auf Norwegisch und Englisch. Beide hoben die wichtige Rolle hervor, die Fisch in emissionsärmeren Lebensmittelsystemen spielen kann, und erkannten gleichzeitig an, dass im Fischereisektor weitere Reduzierungen des Verbrauchs fossiler Brennstoffe erforderlich sind.
Von der Forschung zu realen Demonstrationen
Die Präsentationen stellten die Arbeit von SEAGLOW zur Verbesserung der Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit von Kleinfischereifahrzeugen in den Becken der Nord- und Ostsee vor.
Nachdem SINTEF die Forschungsarbeiten und die Einbindung der Interessenvertreter in der Anfangsphase des Projekts skizziert hatte, stellte das Unternehmen die vier SEAGLOW-Demonstrationsschiffe in Dänemark, Estland, Norwegen und Schweden vor. Zu den unter realen Betriebsbedingungen getesteten Technologien gehören hybrid-elektrische Antriebssysteme, die langlebige und biozidfreie Ecoating®-Rumpfbeschichtung sowie ein kostengünstiges Sensorsystem zur Überwachung des Schiffsbetriebs und des Kraftstoffverbrauchs.
Besonderes Augenmerk wurde auf die Umweltverträglichkeitsprüfungen des Projekts gelegt, einschließlich der Tests der Ecoating® und Messungen des Schiffslärms. Neben dem Kraftstoffverbrauch und den Treibhausgasemissionen untersucht SEAGLOW, wie die Technologien dazu beitragen können, Unterwasserlärm und dessen Auswirkungen auf die Meeresumwelt zu verringern.
Die technische Leistung ist jedoch nur ein Teil des Ganzen. SEAGLOW bewertet auch die Vermarktung, Verwertung und wirtschaftliche Nachhaltigkeit. Dazu gehört die Untersuchung, ob Lösungen wie Ecoating® auf andere Schiffe angewendet werden können, das Befragen von Fischern und das Aufzeigen realisierbarer Wege für die Nachahmung. Ziel ist es, nicht nur festzustellen, ob die Technologien funktionieren, sondern auch, ob die Fischereigemeinschaften sie realistischerweise annehmen und davon profitieren können.
Dem Fischfang zuhören
Food & Bio Cluster Denmark und SINTEF ergänzten die Präsentationen durch Interviews mit Fischern, die die Nor-Fishing besuchten. Die Gespräche waren Teil der regionalen Sensibilisierungsaktivitäten von SEAGLOW, bei denen maritime Gemeinschaften und andere Interessengruppen in die Bewertung des ökologischen und wirtschaftlichen Potenzials der Projektlösungen einbezogen werden.
Das praktische Wissen der Fischer ist für diesen Prozess von zentraler Bedeutung. Ihr Feedback hilft dem Projekt zu verstehen, welche Technologien und Wertversprechen in den jeweiligen Pilotregionen sowohl praktikabel als auch wirtschaftlich rentabel sein könnten.
Eines der Hauptthemen, die diskutiert wurden, war das norwegische Demonstrationsschiff Anne Katharina. Dessen herkömmlicher biozidbasierter Bewuchsschutzanstrich wird durch Ecoating® ersetzt, was dazu dienen soll, die Effizienz des Schiffes aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die Freisetzung schädlicher Stoffe in die Meeresumwelt zu verringern.
Die Diskussionen zeigten ein starkes Interesse an umweltfreundlicheren Alternativen zu bioziden Antifouling-Anstrichen, sofern diese im täglichen Gebrauch kostengünstig sind. Die Teilnehmer interessierten sich insbesondere für die Möglichkeit, Algenbewuchs durch Reinigung der Ecoating® zu entfernen. Dadurch könnte sich die Zeit verringern, die Schiffe zum Reinigen und Neuauftragen herkömmlicher Antifouling-Produkte im Hafen verbringen.
Ein wertvoller Rahmen für den Dialog
Nor-Fishing erwies sich als hervorragender Rahmen für die regionalen Sensibilisierungsaktivitäten von SEAGLOW. Durch die Zusammenführung von Interessenvertretern aus der gesamten Wertschöpfungskette bot die Messe die Möglichkeit, die Fortschritte des Projekts vorzustellen und direktes Feedback von denjenigen einzuholen, die dessen Lösungen letztendlich nutzen könnten.
Der Übergang zu saubereren Kleinseefischereien muss gemeinsam mit den Fischern gestaltet und nicht einfach nur für sie entwickelt werden. Durch die Kombination von Praxidemonstrationen mit Umweltverträglichkeitsprüfungen, wirtschaftlichen Analysen und aktiver Beteiligung der Interessensträger arbeitet SEAGLOW daran, sicherzustellen, dass nachhaltige maritime Lösungen sowohl auf See wirksam als auch für die Gemeinden, die sie anwenden sollen, rentabel sind.
