Schutz von Rümpfen und Meereslebewesen: PMA-605 erprobt biozidfreie Beschichtung in Estland
SEAGLOWs estnisches Demonstrationsschiff, PMA-605, hat eine neue Rumpfbeschichtung erhalten, die Meeresbewuchs ohne Biozide bekämpft. Die im vergangenen Sommer aufgebrachte Behandlung ist Teil der Projektarbeit zur Bewertung von Alternativen zu herkömmlichen Antifouling-Anstrichen, mit besonderem Fokus auf deren Auswirkungen auf das Meeresleben.
Von dem Projektpartner Clean Ocean Coatings entwickelt, nutzt Ecoating® eine harte, porenfreie Oberfläche anstelle der Freisetzung von bioziden Substanzen, um den Bewuchs im Meer zu kontrollieren. Seine Anwendung auf PMA-605 wird SEAGLOW dabei helfen, die Umweltverträglichkeit, Haltbarkeit und den Wartungsaufwand unter alltäglichen Angelbedingungen zu bewerten.
Vorbereitung des PMA-605 für den Testlauf
Im Besitz von Argo Mengel, PMA-605 ist ein glasfaserverstärktes Kunststoff-Fischereifahrzeug mit einer Länge von 11,70 Metern und einer Breite von 3,10 Metern. Bei einer Reisegeschwindigkeit von 6 bis 7 Knoten bietet es einen praktischen Rahmen, um die Eignung der Beschichtung für die Kleinfischerei zu bewerten.
Das Schiff wurde in der Liu Paat Werft (Paadimeistri) in der Nähe von Pärnu, Estland, an Land gezogen. Etwa 38 Quadratmeter Unterwasserschiffsfläche wurden vorbereitet und beschichtet.
Mittels Hochdruckreinigung wurden zunächst Bewuchs und lose Ablagerungen entfernt. KL Soodaprits OÜ danach wurde der Rumpf sandgestrahlt, um die bestehenden Beschichtungsschichten zu entfernen. Es folgten lokale Gelcoat-Reparaturen, Schleif- und Reinigungsarbeiten, um die Oberfläche für das neue Schutzsystem vorzubereiten.
Anwendung des neuen Beschichtungssystems
Das Team begann damit, fünf Schichten schwarzen VC Tar2 aufzutragen, eine zweikomponentige Epoxidgrundierung, die den Rumpf vor Wassereinbruch und Osmose schützen soll.
Der rote Ecoating®-Decklack wurde anschließend von einem erfahrenen Techniker mit einem spezialisierten Zweikomponenten-Airless-Sprühsystem aufgetragen. Die WIMA Verfahrenstechnik GmbH lieferte die Sprühausrüstung, während Cramo Estonia AS die Kompressoranlage bereitstellte und installierte.
Das resultierende System kombiniert eine schützende Grundierung mit einer strapazierfähigen Deckschicht, die so ausgelegt ist, dass sie während ihrer gesamten Lebensdauer wiederholtem Reinigen standhält.
Ein anderer Ansatz für Bewuchs im Meer
Konventionelle biozide Antifouling-Anstriche setzen Wirkstoffe frei, um Organismen davon abzuhalten, sich am Rumpf eines Schiffes festzusetzen. Diese Substanzen können auch das Meeresleben außerhalb der Organismen beeinträchtigen, gegen die sie eingesetzt werden sollen.
Ecoating® verfolgt einen anderen Ansatz. Seine glatte, harte Oberfläche soll es dem Bewuchs im Meer schwerer machen, sich anzuheften, ohne auf die Freisetzung von Bioziden oder eine sich abnutzende Beschichtungsschicht angewiesen zu sein. Angehefteter Bewuchs kann durch mechanische Reinigung entfernt werden, während eine ausreichende Wasserströmung am Rumpf ebenfalls unterstützen kann Foul-Release Effekt.
Die Verringerung der Umweltbelastungen im Zusammenhang mit konventionellem Bewuchsschutz ist die Hauptmotivation für die Erprobung dieser Beschichtung im Rahmen von SEAGLOW. Die Bewertungen des Projekts untersuchen daher nicht nur die Leistung der Beschichtung auf Arbeitsschiffen, sondern auch ihre Wechselwirkung mit der umgebenden Meeresumwelt.
Erstellung von Evidenz unter Realbedingungen
Die Anwendung auf PMA-605 markiert den Beginn einer längeren Bewertung. Die Überwachung wird dabei helfen festzustellen, wie sich die Beschichtung im Laufe der Zeit verhält, wie oft sie gereinigt werden muss und ob sie eine praktische Alternative für Eigner von Fischereifahrzeugen darstellt. Sie wird zu einem klareren Bild darüber beitragen, wie die Küstenfischerei ihre Schiffe schützen und gleichzeitig die Belastung der Meeresökosysteme verringern kann.
Bildnachweis @Hanrymurumaa und @Seaglow
