Messen, was zählt: Wie SEAGLOW die Emissionen von Schiffen kartiert
Zu verstehen, wie Fischereifahrzeuge Energie verbrauchen und Emissionen erzeugen, ist ein wichtiger erster Schritt zur Verringerung ihrer Umweltauswirkungen.
Als Teil dieser Bemühungen haben die Partner Danish Technological Institute (DTI) und AZTI vor kurzem eine umfangreiche Kampagne von Basis- und Emissionsmessungen auf den vier Pilot-Fischereifahrzeugen von Seaglow in Nordeuropa abgeschlossen. Die Schiffe...Ester in Dänemark, PMA-605 in Estland, Anne Katharina in Norwegen, und Valentina in Schweden-repräsentieren eine Reihe von Betriebsprofilen, die für die Flotte der Region typisch sind.

Im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen die Baseline-Messungen, die ein detailliertes Bild davon vermitteln, wie jedes Schiff unter realen Bedingungen arbeitet. Anstatt sich auf Annahmen zu verlassen, gehen die Projektteams an Bord und messen den Leistungsbedarf, den Kraftstoff- und Energieverbrauch sowie das allgemeine Betriebsverhalten direkt auf See. Mit spezieller Ausrüstung zur Überwachung von Kraftstoffdurchfluss, Motordrehzahl (RPM) und Drehmoment erfassen sie wie sich die Schiffe unter verschiedenen Betriebsbedingungen verhalten.
Diese bordseitigen Messungen werden ergänzt durch kontinuierliche Betriebsdaten aus dem Von AZTI installiertes Simul-System. Anhand dieser Datensätze können die Teams detaillierte Analysen des Strom- und Energiebedarfs der einzelnen Schiffe durchführen. Unter Anwendung etablierter technischer Methoden entwickeln sie Modelle, die zur Bestimmung des Strombedarfs und der Kraftstoffkapazität dienen, die für künftige Nachrüstungslösungen im Rahmen von SEAGLOW erforderlich sind.
Parallel dazu werden während des normalen Fahrbetriebs Emissionsmessungen durchgeführt, um zu verstehen, was jedes Schiff in der Praxis emittiert. Verwendung von Das mobile Labor des DTI, Die Ingenieure messen die wichtigsten Abgase, darunter Stickoxide (NOx), Schwefeloxide (SOx), Kohlenmonoxid (CO) und Kohlendioxid (CO₂), sowie die Partikelemissionen. Moderne Messgeräte wie das Testo V350 Marine 2 und der Pegasor MI3 ermöglichen es, diese Emissionen direkt mit der Motorlast und der Fahrtrichtung des Schiffes unter verschiedenen Bedingungen zu verknüpfen und so ein umfassendes Emissionsprofil für jedes Schiff zu erstellen.
Diese Arbeit stützt sich nicht nur auf Technologie, sondern auch auf eine enge Zusammenarbeit. Die Schiffseigner spielen eine zentrale Rolle bei den Kampagnen, Sie heißen die Teams an Bord willkommen und teilen ihr profundes Wissen über den täglichen Betrieb. Ihre Erfahrungen werden sowohl bei der Planung und Durchführung der Messungen als auch bei den anschließenden Analysen aktiv berücksichtigt und tragen dazu bei, dass die Ergebnisse sowohl genau als auch praxisrelevant sind.

Die letzte Emissionsmesskampagne fand statt am 23. Februar 2026 an Bord des Schiffes Ester in Hanstholm, Dänemark. An einem kalten und nebligen Morgen installierten die Ingenieure Pegasor-Messsonden direkt in der Auspuffanlage, unmittelbar nach dem Motor, um die Emissionen an der Quelle zu erfassen.
Bei relativ ruhiger See wurde das Schiff an fünf verschiedenen Belastungspunkten getestet, während es in alle vier Himmelsrichtungen fuhr, was insgesamt 20 Messpunkte ergab. Die Abgasemissionen wurden während der gesamten Tests direkt aus dem Auspuffrohr entnommen.
Auf dem Bild: Pegasor, Partikelmessgeräte für die Umwelt- und Emissionsüberwachung der Konzentration und Größe ultrafeiner Partikel.
Trotz der schwierigen Bedingungen war die Kampagne ein Erfolg. Sie lieferte hochwertige Daten, die nun von Ingenieuren des DTI und der unterstützt direkt die nächste Phase von SEAGLOW: Ausrüstung der Schiffe mit Nachrüstlösungen, die den Kraftstoffverbrauch und die Emissionen senken.
Bildnachweis @Seaglow
